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Das goldene Zeitalter des streamenden Bankrotts

Kinder, setzt euch, es ist Zeit für eine Nostalgiereise. Früher, als die Dinosaurier das Fernsehen beherrschten und YouTube nur ein Klicktraum war, da hatten wir etwas, das wir liebevoll GEZ nannten. “Oh, nicht schon wieder!” höre ich euch aufstöhnen, doch beruhigt euch, Kinder, der Ausflug ins Land der Tränen und Pein hat erst begonnen!

Wenn Unmengen einfach nicht genug sind

Also, Kinder, es begann alles wie ein verlockendes Paradies: Netflix – unsere moderne Freiheitsstatue – streckte ihre Fackel der Rettung hoch in die Luft und vertrieb die dunklen GEZ- und GIS-Dämonen. Ein neues Zeitalter brach an, in dem das Fehlen von Werbung während “Wer wird Millionär?” nicht länger nur ein feuchter Traum war. Stattdessen konnten wir uns wie Könige und Königinnen an einem Buffet von Serien und Filmen laben, ohne jemals den lästigen Kellner der Werbepausen zu fürchten. Und das alles für einen Preis, der geringer war als der Betrag, den man für einen Kaffee bei Starbucks hinblättert. Aber wie wir alle wissen, verwandeln sich Paradiese – gerade wenn sie so süß schmecken – meist in giftige Äpfel.

Stellt euch vor, ihr geht in einen Süßwarenladen, lockt euch hinein mit einem mickrigen Eintrittspreis von 10 Euro. Dann seid ihr drin, und es ist eine freie Schlemmer-Safari. Schokolade, Gummibärchen, Lakritz – alles nur einen Armzug entfernt. Doch halt, da, im hinteren Teil des Ladens, glänzt ein Regal voller köstlicher Pralinen. Doch um in diesen Genuss zu kommen, müsst ihr weitere 5 Euro auf die Theke legen. Und das Regal daneben, vollgestopft mit belgischen Trüffeln? Da hört ihr die Kasse schon wieder klingeln – 7 Euro, danke sehr! Jetzt sitzt ihr da, Bauch voller Süßigkeiten, aber mit leeren Taschen. Ihr seid in einer Diät aus Schokolade und Bankrott gefangen – und fragt euch, ob das wirklich die Utopie war, von der ihr geträumt habt.

An jedem Finger einen Streaming-Dienst und noch einer in Reserve

Streaming-Dienste, das verheißungsvolle Gelobte Land der Unterhaltung. Man könnte sie fast mit einer Hydra vergleichen: Schneidet man einen Kopf ab (oder kündigt man ein Abonnement), wachsen zwei neue Köpfe (oder Anbieter) nach. Mit jeder Plattform – Netflix, Amazon Prime, Disney+, HBO Max – kommt eine unendliche Auswahl an Unterhaltung, die verspricht, das Leben mit unentdecktem Inhalt zu bereichern. Und wer könnte all dem widerstehen?

Aber warum bei einem bloßen Abonnement bleiben, wenn man gleich noch ein “Paket im Paket” hinzufügen kann? Jetzt erhältlich: Der „Ultra Deluxe Gold VIP-Streamception“ – nur 99,99 Euro pro Monat. Da kommt Freude auf, nicht wahr? Es ist fast so, als ob man Geld verbrennt, um sich daran zu wärmen. Die herrliche Ironie!

Und das Angebot! Eine Fülle an Shows und Filmen, die man in nur, sagen wir mal, drei Monaten ausschöpfen kann – vorausgesetzt, man opfert Schlaf, Arbeit und jegliche menschliche Interaktion. Und wenn das Auge nach dem hundertsten Mal “Breaking Bad” anfängt, leer und glasig zu werden, keine Sorge! Unsere liebevollen Streaming-Anbieter halten eine nie enden wollende Flut an Spin-offs und Nebenproduktionen bereit. Wer würde nicht ein Auge (oder zwei) riskieren, um die geopolitischen Aspekte eines nie gesehenen Dorfes in Westeros zu entdecken? Oder die persönlichen Dämonen des fünfzehnten Superhelden, von dem man noch nie gehört hat?

Und das Beste an all dem ist, dass man das gleiche Angebot auf fast jedem Anbieter findet! Es ist, als ob man in einen exotischen Obstladen geht und entdeckt, dass jeder nur Äpfel verkauft. Nur, dass diese Äpfel aus altbewährten Sitcoms, übersättigten Blockbustern und kurzlebigen Shows bestehen, die nach der ersten Staffel abgesetzt wurden. Ganz ehrlich, das ist die Sorte von Monotonie, für die man sich verkauft. Was für ein Genuss!

Fazit: Die Sache mit dem streamenden Wahnsinn

Wenn ich das alles so überdenke, muss ich ehrlich zugeben: Vielleicht war die GEZ- oder GIS-Zeit gar nicht so schlecht. Vielleicht war es sogar besser, sich über die Gebühren zu ärgern, als jetzt ständig zwischen 10 verschiedenen Streaming-Anbietern hin und her zu wechseln, nur um herauszufinden, dass sie alle dasselbe senden.

Kurzum, wir leben in einer Ära der paradoxen Fülle: Je mehr wir haben, desto weniger zufrieden sind wir. Es ist ein unendlicher Kreislauf aus Kosten, Wiederholungen und Enttäuschungen. Aber hey, wer braucht schon Geld oder Zeit, wenn man stattdessen alle Folgen von “Friends” zum 20. Mal sehen kann?

Deshalb, liebe Leser, hebt eure Fernbedienungen, tippt eure Passwörter ein und lasst uns gemeinsam in das goldene Zeitalter des streamenden Bankrotts eintauchen. Prost auf die nächsten drei Monate Binge-Watching! Und denkt immer daran: Es könnte schlimmer sein – ihr könntet immer noch GEZ zahlen.

Haftungsausschluss: Natürlich ist das alles stark übertrieben und spielt mit der Vorstellung, dass wir alle wahnsinnig genug sind, um uns in die endlosen Tiefen der Streaming-Abonnements zu stürzen. In Wirklichkeit wissen wir alle, dass solche Dienste ihre Vorteile haben und viele von uns lieben die Auswahl und Vielfalt, die sie uns bieten. Doch, liebe Leser, denken wir daran, dass das Leben mehr zu bieten hat als nur den Bildschirm. Jenseits der flimmernden Pixellandschaft existiert eine Welt, die auf Interaktion, Erfahrung und Abenteuer wartet. Denn, obwohl “Breaking Bad” und “Stranger Things” zweifellos fesselnd sind, können sie keine Konversation mit einem guten Freund ersetzen, kein gutes Buch ersetzen, keine Spaziergänge an der frischen Luft oder die Erkundung neuer Städte und Kulturen. Und wer weiß, vielleicht entdeckt man beim Lesen eines Buches oder beim Gespräch mit Freunden etwas wirklich Neues und Aufregendes. Vielleicht sogar etwas, das mehr Wert hat als die monatliche Gebühr für ein Dutzend Streaming-Dienste. Und wer kann schon sagen, dass er nicht von der Aussicht auf einen gesünderen Kontostand und mehr Freizeit profitieren würde? Also, liebe Leser, seid gewarnt. Dieser Artikel könnte dazu führen, dass ihr euer Netflix-Abonnement kündigt, ein gutes Buch aufschlagt oder euch mit Freunden zum Abendessen trefft. Und wenn das passiert, können wir nur sagen: Willkommen in der realen Welt – viel Spaß!

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